Nicht nah genug dran, aber auch nicht weit weg Drucken
Nachwuchs
Geschrieben von: Alexander Erler   
Dienstag, den 15. Oktober 2019 um 09:18 Uhr

Die U10 zu Gast in Essen und Remscheid

Spielbericht

Zum Ende der Ferien reiste unsere U10 ins 400 Kilometer entfernte Essen, um sich dort beim „Herbst Cup“ zu beweisen. Der Samstag brachte in Gruppe B die Duelle mit dem Hamborner SV (in Duisburg neben dem MSV der größte Verein), Fortuna Düsseldorf und Legia Warschau.

Das bei diesem Turnier lediglich Gegner auf absolut hohem Niveau spielen würden, war bereits vorher klar und wurde auch durch die Trainergespräche vor dem Turnier deutlich. Die Sportfreunde aus Hamborn philosophierten noch mit den Düsseldorfern über den Sieg der Hamborner gegen die Rheinstädter beim letzten Turnier.

Pünktlich um 8.30 Uhr rollte der Ball. Gegen die SF aus Hamborn entwickelte sich ein Spiel mit höchstem Tempo und schnell standen unsere Jungs unter höchstem Gegnerdruck. Mit einer absolut überzeugenden kämpferischen Leistung gewann der VfL dieses Spiel mit 2:0. Ein guter Start ins Turnier. Parallel gewannen die Düsseldorfer gegen Warschau mit 3:2.

Bedingt durch einen verschlafenen Start im zweiten Gruppenspiel, bei dem man schnell mit 2:0 hinten lag, verlor man am Ende nach einiger Gegenwehr gegen die Düsseldorfer am Ende doch noch deutlich mit 5:0. Warschau schlug die Hamborner mit 3:2.

Die U10 zu Gast in Essen und RemscheidEs war trotzdem alles drin im dritten Spiel gegen Warschau. Die Marschrichtung war klar: ein Sieg sollte her. In einer hitzigen Partie verloren unsere Jungs am Ende knapp mit 3:2. Leider kamen hier die ersten Erscheinungen der unkonsequenten Turnierregeln zum tragen. Allen Torhütern war es grundsätzlich verboten, den Ball über die Mittellinie zu spielen. Selbst aus dem Spiel heraus waren Pässe zu den Mitspielern über die Mitte verboten. Die Schiedsrichter pfiffen dies jedoch nach Lust und Laune. Mal wurde abgepfiffen, mal nicht. Der Warschau Keeper rettete zwei Mal in höchster Not kurz vor Schluß gegen den VfL, indem er den Ball ohne folgenden Freistoß für uns direkt über die Mittellinie prügelte. Auf Nachfrage beim Schiedsrichter nach dem Spiel gab dieser an, dies übersehen zu haben. Die Regel sollte weiterhin Gültigkeit haben. Nunja, die 96er Trainer wollten wissen, was sie der Mannschaft sagen sollten, da selbst Spieler und Zuschauer ziemlich verwirrt waren.

Platz 3 in der Gruppe bedeutete die Qualifikationsrunde zur Goldrunde.

Erster Gegner war der FV Löchgau. Unsere Mannschaft warf alles in die Waagschale und zeigte großen Einsatz. Anscheinend war dem Schiedsrichter die Nachfrage nach den Regeln wohl etwas auf den Magen geschlagen. Die Mittellinienregel wurde weiter inkonsequent mal gepfiffen und mal nicht gepfiffen. Des weiteren spricht eine Freistoßanzahl für Löchgau im zweistelligen Bereich (bei 15 Minuten Spielzeit) wohl eine deutliche Sprache. Der Gipfel war wohl die Entscheidung, als Tim Walter in Ballbesitz von einem Gegenspieler mit beiden Beinen voran abgegrätscht wird und diese Situation mit einem Freistoß für den Gegner endete! Natürlich durfte es nicht fehlen, das in der letzten Spielminute dann „endlich“ ein solcher Freistoß des Gegners in unserem Netz zappelte. Eine weitere Niederlage trotz großem Kampf.

Danach war die Mannschaft wohl mental durch. Die beiden weiteren Spiele gegen Wisla Krakau und den Berliner SC gingen ebenfalls verloren.

Sonntag ging es für uns beim Folgeturnier ins 50 Kilometer entfernte Remscheid. Vieles wollten die Jungs besser machen.

Die U10 zu Gast in Essen und RemscheidIm ersten Gruppenspiel gegen den Gastgeber aus Bergisch Born ging man verdient in Führung, verpasste es jedoch ein paar Mal vor dem gegnerischen Tor die Entscheidung zu machen. Als erneut in der letzten Spielminute der Ausgleich fiel, beschlich alle das Gefühl, dass sich das irgendwie wie ein roter Faden durch das Turnierwochenende ziehen würde.

Im zweiten Gruppenspiel gegen den späteren Turniersieger Bröndby Kopenhagen wurde auch hier wieder ein großes Spiel abgeliefert. Eine 1:0 Führung für uns durch Niklas Vesper nach einem tollen Solo quer über das gesamte Spielfeld hatte einige Zeit lang Bestand. Wie es an dem Wochenende so sein sollte, ging Bröndby allerdings in der letzten Spielminute mit 2:1 in Führung und erzielte quasi mit dem Abpfiff das 3:1.

Somit gab es in der dritten Gruppenpartie wieder ein „Endspiel“ gegen Hilden um den Einzug ins Halbfinale. Dort wollte man hin, um gegen die Kickers aus Offenbach oder Alemannia Achen antreten zu können. Es wurde hier jedoch endgültig klar, dass dieses Wochenende unter dem Prädikat, „erst hast du kein Glück und dann kommt auch noch Pech dazu“ stand. Zahlreiche Chancen landeten nicht im Netz des Gegners. Zwei Minuten vor dem Spielende zappelte der Ball nach einer Ecke unserer Mannschaft und einem Gewühl im Strafraum dann endlich im Tor des Gegners. Leider pfiff der Schiedsrichter in dieser Situation ab und unterbrach das Spiel um uns einen Handelfmeter zuzusprechen. Fortuna war jedoch nicht auf Seite der 96er. Der Strafstoß knallte unter die Querlatte, setzte wohl sogar noch in Richtung Tor auf (aber nicht so, dass der Ball komplett über der Linie war) und sprang wieder aufs Feld zurück. Es passt natürlich dazu, dass der Abpfiff des Schiedsrichter pünktlich erfolgte, als unsere Mannschaft in einer 2:1 Überzahlsituation auf das Tor des Gegner zudribbelte. Endstand 0:0... Ende, aus.

Die U10 zu Gast in Essen und RemscheidDas abschließende Platzierungsspiel um Platz 5 lief wohl dann wieder unter dem Motto „Luft raus“. Gegen den Osnabrücker SC verlor man 4:2.

Nachbetrachtet waren wir nicht so weit entfernt von einigen Erfolgen und trotzdem hat es am Ende nicht gereicht. Der Lerneffekt, auch mit solchen Umständen umgehen zu müssen, wird die Jungs allerdings ebenfalls weiter bringen. Dran bleiben und weiter machen!

Für den VfL spielten: Diego, Laurent, Niclas H., Tim, Damian, Ben, Niklas V., Goodluck, Maxi, Jamie, Dean