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Sieg zum Trainer-Jubiläum PDF Drucken E-Mail
1.Mannschaft
Geschrieben von: MZ-Web.de   
Sonntag, den 07. Oktober 2012 um 22:37 Uhr

MZ-WebSo ausgelassen hat man Lars Holtmann mit seinen fast gleichaltrigen Spielern auch noch nicht bei einer Jubelrunde gesehen. Wie kleine Kinder. Am Ende schnappte sich der Trainer seinen Stürmer Georg Ströhl und trug ihn fast wie beim Gewichtheben über den sommerlich grünen Rasen. Ströhl hatte im Prinzip alle drei Tore zum 3:2-Erfolg gegen die zweite Mannschaft von Erzgebirge Aue erzielt. Für den VfL Halle 96 war es der dritte Saisonsieg nach sechs Oberliga-Spieltagen.

Das bedeutet Tabellenplatz vier mit nur zwei Punkten Rückstand hinter Tabellenführer Wacker Nordhausen. Was für ein Unterschied zur Situation vor genau einem Jahr, als Holtmann in höchster Abstiegsnot beim VfL 96 als Chef-Trainer einsprang.

Dabei hatte es sich der VfL 96 an diesem Tag noch selbst schwer gemacht, weil er in einer schläfrigen ersten halben Stunde die zweite Mannschaft des Zweitligisten aus dem Erzgebirge gewähren ließ. Und die, in orangene Holländer-Trikots gepackt, nahmen die Einladung dankbar an. Vor allem Skerdilaid Curri. Der Zweitliga-Veteran, der seit dieser Saison Spielertrainer der zweiten Mannschaft ist und hauptberuflich ein albanisches Restaurant in Schwarzenberg bewirtschaftet, spielte an seinem 37. Geburtstag den VfLern zunächst Knoten in die Beine. Aues Führungstreffer in der 18. Minute durch Philipp Müller war die logische Folge.

Pokal steckte in den Knochen

"Wir haben eine ganze Weile gebraucht, ehe wir ins Spiel gekommen sind. Das hatte auch etwas mit dem für uns außergewöhnlichen Wochenprogramm mit dem kräftezehrenden Pokalspiel gegen Magdeburg am Mittwoch zu tun", entschuldigte Holtmann sein Team hinterher. Der Coach musste erst, lautstark wie gewohnt, von der Seitenlinie aus seine Jungs neu aufrichten. Kapitän Stefan Karau gelang es dann, ebenso laut und unüberhörbar, mit einiger Verspätung, seine Reihe zu ordnen. Und plötzlich war der VfL 96 wach. Hellwach.

Noch vor der Pause traf Georg Ströhl mit seinem ersten Saisontreffer zum Ausgleich, nach dem präzisen Zuspiel von Robin Huth konnte er dabei allerdings auch nicht allzu viel falsch machen. Nach genau einer Stunde war es dann Stephan Schammer, der für Ströhl zum zweiten Tor des Tages auflegte. Und nur zwei Minuten später machte Ströhl sein Meisterstück. Schiedsrichter Stephan Reuter aus Eisfeld hatte sich bis dahin durch eine Reihe schlichtweg falscher Entscheidungen für Aue selbst in Zugzwang in Sachen Wiedergutmachung für den VfL 96 gebracht. Ströhl spürte das, ging entschlossen in den Strafraum, suchte den Zweikampf, wurde gefoult und bekam den völlig berechtigten Elfmeter. Robin Huth verwandelte. Aues zweites Tor nach einer gemeinsamen Schlafeinlage von Patrick Selle und Torwart Christian Bienko war nur noch ein Fall für Statistiker.

Lob vom Konkurrenten

"Wenn der VfL 90 Minuten hellwach und konzentriert durchgespielt hätte, dann hätte Aue überhaupt keine Sonne gesehen", stellte Markranstädts Trainer Jürgen Raab schon fast begeistert auf der Tribüne fest. "Ein Schützenfest wäre es geworden." Raab hatte tags zuvor mit seinen Markranstädtern 7:0 gegen Gotha gewonnen. Und niemand widersprach dem Coach des Tabellenzweiten, der dem VfL 96 den Ritterschlag gab: "Alle Achtung, was im letzten Jahr hier passiert ist. Das hätte ich niemals erwartet, dass die plötzlich ganz oben in der Tabelle mitspielen."

Holtmann und seine Jungs hatten allen Grund, den Tag zu genießen. Warum dann aus der Sprecherkabine ausgerechnet Falcos "Mutter, der Mann mit dem Koks ist da" als Ständchen zum Trainerjubiläum aufgelegt wurde, das schreit geradezu nach Auflösung.