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Wenn einer eine Reise tut, … PDF Drucken E-Mail
1.Mannschaft
Geschrieben von: Andreas Jahnecke   
Samstag, den 30. Juni 2012 um 07:54 Uhr

... hat 96 einen (Studenten-) Nationalspieler. Und der „Betroffene“ meistens eine ganze Menge zu erzählen. So auch Robin Huth, welcher in der Sommerpause mit der Studentennationalmannschaft in Richtung Südamerika, Kolumbien, aufbrach. Neben drei Fußballvergleichen in Bogota, Medellin und Cartagena, war auch noch ein umfangreiches Rahmenprogramm zu absolvieren.

Gleich am ersten Tag nach der Anreise war die Akademische Nationalmannschaft in das örtliche Goethe-Institut zu einer Autogrammstunde eingeladen und Delegationsleiter Christian Volk (DFB) hielt einen Vortrag zum weltweit größten Sportverband. Im Anschluss ging es in knapp 2500 Meter Höhe und noch gehörig Jet Lag in den Körpern gegen Academica Compensar, das Non Plus Ultra des Kolumbianischen Studentenfußballs. In Anbetracht der Rahmenbedingungen war man mit einer 0:1- Niederlage sogar nicht einmal unzufrieden. Richtiges Länderspielflair kam auf, als vor dem Anpfiff die deutsche Nationalhymne intoniert wurde.

In guter Tradition trat der DFB dann auch in Sachen Entwicklungshilfe auf, was an den Spielern aber nicht ganz spurlos vor rüber ging. Kein Wunder, ging es doch im Rahmen des Projekts „Futbol y Paz“ in einen sozialen Brennpunkt von Bogota, um dort gemeinsam mit Kindern Fußball zu spielen. Ein Erlebnis, was alle Beteiligten wohl so schnell nicht vergessen werden. Logisch. Wer kennt schon Busse, welche nur bis zu einem bestimmten Punkt fahren, weil eine Weiterfahrt zu gefährlich wird? Wer kennt schon, dass nur zweimal in der Woche für zwei Stunden Wasser zur Verfügung steht? Wer kennt schon, dass es jeden Augenblick zu einer Auseinandersetzung verfeindeter Drogenbanden kommen kann?

Im Vergleich dazu war die nächste Etappe Medellin die reinste Entspannung. Auch dort gab es wieder ein Projekt mit Kindern, diesmal an einer deutschen Schule, welche auch von kleinen Kolumbianern besucht wird. Drei Stunden wurde mit den Kindern trainiert und deren Augen leuchteten noch mehr, als diverse Souvenirs an das Kind gebracht wurden. Eine Freude, wie sie die meisten Aktiven noch nicht erlebt hatten. Sportlich ging es dann in diesmal „nur“ 2100 Meter Höhe gegen den ortsansässigen Kolumbianischen Rekordmeister.

Dabei konnte die Deutsche Auswahl hautnah typisch Südamerikanischen Fußball erleben, eben mittendrin statt nur dabei. In der ersten Spielhälfte brillierten die Gastgeber zwar mit gelungenen Aktionen, die besseren Torchancen hatten aber die Deutschen. Torlos ging es in die zweite Halbzeit und in der 55. Minute brachte Huth sein Team mit 0:1 in Führung. Drei Minuten vor Spielende konnte der Gastgeber mittels Strafstoß aber doch noch ausgleichen (87.) und so stand es am Ende 1:1.

Dennoch ein mehr als beachtliches Ergebnis. Aber auch in der im Vergleich zu Bogota schöneren Stadt, von zehn Kolumbianern würden acht unbedingt nach Medellin ziehen, sagte zumindest der Reiseleiter, für hiesige Verhältnisse Ungewohntes. Alle Ausflüge mit Polizeieskorte. Endstation der Kolumbienreise war Cartagena an der Karibikküste. Das Mehr an Freizeit wurde hier ausgiebig genutzt, was sich auch resultatmäßig bemerkbar machen sollte. Gegen den dortigen Zweitligisten konnte zum Abschluss mit 2:1 gewonnen werden. Um einige Erfahrungen reicher schwebte man wieder auf heimatlichen Terrain ein, um sich nach ein paar Tagen der Entspannung in die Vorbereitung mit seinem jeweiligen Club zu stürzen.